Bericht vom 13. Netzwerktreffen Nordbayern

Christine Reininger

Am 10. November trafen sich Interessenten der Sozialen Landwirtschaft zum offenen Netzwerktreffen in Oberfranken. Gastgeber war Dietrich Pax vom Gärtnerhof Callenberg. Christine Reininger vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Coburg hatte verschiedene Referenten eingeladen, die neben dem Erfahrungsaustausch den Teilnehmern Impulse für ihre Arbeit in der Sozialen Landwirtschaft geben sollten. Nach einer Vorstellungsrunde stellte Jennifer Kinley den Zusammenschluss „Erleben, Arbeiten und Lernen – evangelische Jugendhilfe e. V.“ vor. Mit stationären und ambulanten Angeboten schafft der Verein kurzfristige Hilfe mit Entlastungslösungen für Familien aber auch zum Schutz der Kinder und Jugendlichen. Bereitschaftspflegefamilien werden immer gesucht, so Kinley. Gut Erfahrungen werden gerade mit landwirtschaftlichen Familien gemacht. Das ländliche Umfeld, die Familien- und Arbeitsstruktur sowie der Umgang mit Tieren bieten für die Kinder und Jugendlichen eine Chance Krisen zu bewältigen. Bereitschaftspflegefamilien sollen einen geschützten familiären Rahmen bieten und eine gute Versorgung der Grundbedürfnisse gewähren. Sie erhalten ein Entgelt und werden von einem Fachdienst intensiv begleitet.

Cornelia Schardt-Raab, Psychotherapeutin, die selbst ein Modul der berufsbegleitenden Weiterbildung „Soziale Landwirtschaft“ an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde absolviert hatte, gab einen Erfahrungsbericht. Das Pilotprojekt hat sich bewährt. Mit kleinen Veränderungen gehört die Weiterbildung in vier Bausteinen nun fest zum Angebot der Hochschule. Die Module „Soziale Arbeit für Quereinsteiger“ und „Landwirtschaft für Quereinsteiger“ geben einen Einblick in das jeweilige Berufsfeld. Das dritte Modul vermittelt Basiswissen zur Soziale Landwirtschaft. Im letzten Baustein gibt es Hilfestellung zur Umsetzung des eigenen Vorhabens. Die Teilnehmer eignen sich die Inhalte in Präsenzwochen und in einer Onlinephase an.

Anhand der Geschichte eines anonymisiert Klienten schilderte Norbert Staffen von der Suchtberatung der Diakonie Lichtenfels anschaulich eine Drogenkarriere und den Weg aus der Sucht. Als Glücksfall beschrieb Herr Staffen die Tatsache, dass sein Klient nach der körperlichen Entgiftung eine Stelle auf einem landwirtschaftlichen Ausbildungsbetrieb fand, was im half im „normalen Leben“ wieder Fuß zu fassen.

Werner Vollbracht stellte die breite Palette der Angebotsformen, die unter dem Begriff „Soziale Landwirtschaft“ zusammengefasst werden sowie das nordbayerische Netzwerk Soziale Landwirtschaft vor. In der bayerischen Landwirtschaftsverwaltung gibt das mittlerweile pro Regierungsbezirk eine/n Ansprechpartner/in. Für Franken sind es Rebecca Gundelach (in Bad Neustadt a.d. Saale für Unterfranken), Werner Vollbracht (in Weißenburg für Mittelfranken) und Christine Reininger (in Coburg für Oberfranken).

Dietrich Pax, Leiter des Gärtnerhofes Callenberg gab einen Einblick in seine Betriebsphilosophie. Er gibt immer wieder Auszubilden und Mitarbeiter, die intensivere Betreuung benötigen, eine Chance auf dem Arbeitsmarkt. Schwerpunkt seines Gärtnerhofes ist der Gemüseanbau und eine Schafherde. Dem Hof ist ein Laden mit einem breiten Sortiment an Bioprodukten angegliedert, in dem auch selbsthergestellte Backwaren verkauft werden. Die Produkte werden auch über „Ökokisten“ vermarktet. Mit einer Führung durch den Betrieb endete das Treffen.

Kontakt: Christine Reininger Beraterin für Sozialen Landwirtschaft, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Coburg, Goethestraße 6, 96450 Coburg, Tel: 09561/769134, Mail christine.reiningeraelf-co.bayern.de

 

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