Gardeniser Pro Newsletter Nr. 2

In dieser Ausgabe

Aktueller Stand zur Entwicklung des Trainings

Das Gardeniser Programm: Wie es funktioniert und wer daran teilnehmen kann

 

Aktueller Stand zur Entwicklung des Europäischen Gardenioser pro-Trainings 

Im April 2018 fand das „Training for Trainers“ statt, das vom englischen Projektpartner Social Farms & Gardens organisiert wurde. Jeder der fünf Projektpartner(-organisationen) entsandte zwei TeilnehmerInnen nach Manchester, um eine optimale Vorbereitung der angehenden TrainerInnen für den Gardeniser-Kurs zu gewährleisten. Dabei wurden alle nötigen Informationen sowie pädagogische und organisatorische Methoden vermittelt, um das Kursprogramm europaweit erfolgreich umzusetzen.

Das „Gardeniser-Toolkit“ ist fertig gestellt, ein begleitendes Handbuch, in dem alle wichtigen Informationen zum Kurs enthalten sind. Es dient den TrainerInnen als Wegweiser und Unterstützung, um den Kurs erfolgreich durchzuführen. Neben Kursinhalten wie Lernzielen, Trainingsmethoden und Übungen zur direkten Verwendung im Kursprogramm einschließlich Bewertungsschema nach dem ECVET-System (weitere Infos zu ECVET siehe Newsletter Nr.1) finden sich allgemeine Informationen zu Aufgaben und Anforderungen der Rollen des Gardenisers und der Gardeniser-Trainer einschließlich Grundvoraussetzungen zur Kursteilnahme sowie Erläuterungen zur entstehenden Gardeniser-Onlineplattform und zur offiziellen Gardeniser-Lizenz.

 

Das Gardeniser-Trainingsprogramm

Die Rolle des Gardenisers basiert auf der Idee, eine Schlüsselposition innerhalb urbaner und gemeinschaftlicher Gartenprojekte zu schaffen. Mit dem Gardeniser-Programm wird eine professionelle Fortbildung zu diesem Aufgabenfeld entwickelt.

Um den Ansprüchen von Gartenprojekten gerecht zu werden, deckt die Rolle des Gardenisers ein breites Aufgabenspektrum ab und vereint Fertigkeiten aus dem technischen Bereich, wie gärtnerisches Praxiswissen, mit organisatorischen und sozialen Fähigkeiten, wie das Verständnis für Arbeit mit Personal, Freiwilligen oder Menschen mit körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen, für Kommunikation, Koordination und Mediation in einer Gemeinschaft/Gruppe und das allgemeine Management eines Projekts. Ein Gardeniser* fördert Zusammenhalt, Partizipation und soziale Inklusion innerhalb eines Gartenprojektes.

*(aus Gründen des vereinfachten Lesbarkeit und der Übersetzung aus dem Englischen wird nur eine Geschlechts-Variante verwendet, selbstverständlich sind mit dem Begriff „Gardeniser“ alle Geschlechter gemeint)

Der Gardeniser-Kurs ist in drei Module unterteilt und jedes Modul beinhaltet Einheiten zu verschiedenen Themenbereichen mit einem oder mehreren Lernzielen.

Den ersten Teil des Programms bildet ein Trainingskurs als - vor allem theoretische - Grundlage. Dabei werden unter anderem folgenden Themen behandelt: Konzepte und Haupteigenschaften von Gartenprojekten erkennen und verstehen, Suche einer geeigneten Fläche für ein Projekt, Entwerfen eigener Konzepte, Raumplanung, Aktionen im Garten organisieren, Arbeit und Umgang mit Personal, Freiwilligen und BesucherInnen, Finanzplanung, Richtlinien und Regeln formulieren, Evaluation der eigenen Arbeit.

Der Trainingskurs entspricht mit 44 bis 50 Stunden der Dauer einer Woche und kann unter Beachtung der lokalen Gegebenheiten und Ansprüchen der TeilnehmerInnen durchgängig oder unterteilt, z.B. an mehreren aufeinanderfolgenden Wochenenden, durchgeführt werden. Neben den theoretischen Teilen sind auch aktive Einheiten wie Besichtigungen oder Gruppenübungen und „Eisbrecher“ (Icebreaker) zur Auflockerung des Programms vorgesehen.

Im Anschluss zum Trainingskurs absolvieren die TeilnehmerInnen ein 40-stündiges Praktikum in einem teilnehmenden Gartenprojekt, um das neu erworbene Wissen auf praktischer Ebene anzuwenden und zu festigen. Dies ist in einem lokalen Projekt oder einem Land der Partnerorganisationen möglich.

Während des Praktikums werden die Teilnehmerinnen durch einen „Gardeniser-Tutor“, einen Mitarbeiter des Projekts, betreut und erhalten einen detaillierten Einblick in das Projektgeschehen. Neben der direkten Mitarbeit gibt es die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und von Projektverantwortlichen mehr über Hintergründe wie Projektgründung, rechtliche Angelegenheiten, Finanzierungsweisen oder alltägliche Abläufe zu erfahren.

Wie es funktioniert und wer daran teilnehmen kann

Zur Auswahl der TeilnehmerInnen wird jede Partnerorganisation eine Ausschreibung auf nationaler Ebene veröffentlichten, in der alle Voraussetzungen zur Kursteilnahme zusammengefasst sind. Die Teilnahme umfasst den Trainingskurs und das anschließende Praktikum. In jedem Land findet ein Kurs mit je 20 Kursplätzen statt. Für das Praktikum gibt es die Möglichkeit für jeweils zwölf TeilnehmerInnen, ein lokales Projekt kennen zu lernen und für die weiteren acht TeilnehmerInnen, das Praktikum in einem der Partnerländer zu absolvieren.

Der Trainingskurs wird im Zeitraum zwischen Februar und Juni 2019 stattfinden und die Praktika im Zeitraum März bis Juli 2019.

Bei Interesse oder Fragen zum Kurs können Sie sich an die jeweilige Partnerorganisation wenden.

 

Lokale Ansprechpartner:

-ITALY: REPLAY NETWORK - www.replaynet.eu


THE UNITED KINGDOM: FEDERATION OF CITY FARMS AND COMMUNITY GARDENS - www.farmgarden.org.uk


GREECE: ECTE -European Center in Training for Employment - www.ecte.gr
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GERMANY: PETRARCA- EUROP.AKADEMIE FUR LANDSCHAFTSKULTUR- DEUTSCHAND E.V. - www.soziale-landwirtschaft.de

France: PISTES-SOLIDAIRES - www.pistes-solidaires.fr

 

Tagungshinweis

Vom 15.-16. August 2019 findet in Braunschweig die Tagung „Wie funktioniert Stadtgrün? Interdependenz – vielschichtige Wechselwirkungen im urbanen Grün - Beziehungskisten" statt. Weitere Informationen, Anmeldung von Beiträgen, Vorträgen und Postern: www.upc.phytomedizin.org